Original gegen Kopie

Zu Beginn der TV-Wahlkonfrontationen standen sich heute Abend Jörg Haider (BZÖ) und Heinz Christian Strache (FPÖ) gegenüber. Das erste Mal diskutierten zwei Vertreter des dritten Lagers gegeneinander. Von Schlammschlacht und dem Vergleich „Simmering gegen Kapfenberg“ sprach Ingrid Thurnher in der ZIB.
Strache betont aber gleich zu Beginn, dass es keine Schlammschlacht geben wird. Die politische Bedeutung des BZÖ sei zu gering. Auch Haider ist klar gegen eine Schlammschlacht. „Gestritten haben ÖVP und SPÖ in den letzten Jahren genug.“

Der erste Knaller gleich nach wenigen Minuten. Haider spricht Strache mit „DU“ an. Strache weist ihn daraufhin gleich zurück. Er sei einmal von seinem Vorbild schwer enttäuscht worden und seit damals gibt es kein „DU“ mehr.
Strache will beweisen, dass er die richtige FPÖ ist. Das misslingt meint Haider „weil Sie eine Kopie-Maschine sind. Sogar die Wahlsprüche haben Sie von mir kopiert. Und wenn Sie mich so ablehnen, warum kopieren Sie mich dann?“
„Selbstverliebte Brille des Narzismus. Sie glauben, dass alles an Ihrer Person liegt“ wirft Strache Haider an den Kopf. „Zick-Zackkurse; Trittbrettfahrer; einmal da, einmal weg.“ Dass Strache das Netz nutzt, beweist er, als er das Video von Ewald Stadler erwähnt, in dem Stadler gegen seinen jetzigen Parteifreund Haider schimpft.
Haider erwähnt die befürchtete Schlammschlacht. Zurecht. „Seit meinem Weggang haben Sie keine einzige neue Idee entwickelt.“ Strache untergriffig, Haider pointiert. 1-0.

Thurnher beginnt die Parteiprogramme zu vergleichen. „Entscheiden Sie selbst, wer wen kopiert!“ Tatsächlich sind die Parteiprogramme quasi gleich. Frage an Strache: Wie wollen Sie es machen, dass Treibstoff nur 1€ kostet?
FPÖ: Nein, Strache sagt nicht, was er ändern will, Strache sagt, was ÖVP, SPÖ und auch Jörg Haider falsch machen.
Haider zu selbem Thema: Unser Paket ist ein umfangreicheres und wird in Kärnten, wo wir etwas zu sagen haben, auch realisiert.
BZÖ: Haiders Vorschlag: Tankkarte. Jeder mit Hauptwohnsitz in Österreich bekommt eine Tankkarte. Dadurch soll die Mineralölsteuer zurückerstattet werden können. Zusatz: je nach Einkommen muss für die Karte bezahlt werden.

Haider: „Sie denken nur parteipolitisch. Sie sagen, der Dritte ist zum Ersten geworden, wenn ich von der Steuerreform rede.“ Und er hat Recht. „Er kann nur Vergangenheit bewältigen!“ Und er hat wieder Recht. Straches Inhalt beschränkt sich auf die Fehler der anderen.

Kindergarten/Familienpolitik:
BZÖ – kostenloser Kindergarten, freiwillig; Tagesmutter; Kindererziehungsgeld bis zum sechsten Lebensjahr, oder ein Elternteil bleibt bis zum sechsten Lebensjahr zu Hause: 780€ pro Familie.
FPÖ – in Kärnten gibt es das Kinderbetreuungsgeld, zusätzlich gibt es ein Schulstartgeld. „Sie sehen: Sie reden, wir machen. Und wenn Kärnten sich das leisten kann, dann wird das auch österreichweit möglich sein.“
Thurnher will beim Thema Kindergarten bleiben, Strache ist am Wort und spricht vom Sozialversicherungssystem. Thurnher stoppt ihn. „Müssen auch ausländische Kinder, die bereits Deutsch sprechen, einen Deutschkurs im Kindergarten besuchen?“ Antwort: Strache redet über Sonderansprüche, die Kinder nicht bekommen sollen. Nach weiterem Nachfragen gibt es doch eine Antwort: Nein, ausländische Kinder, die Deutsch sprechen, müssen nicht verpflichtend einen Deutschkurs besuchen.

In Kärnten gibt es Sprachstandserhebungen bei Kindergartenkindern. Egal ob bei ausländischen oder österreichischen Kindern. Es scheint, dass alles, was Strache will, in Kärnten bereits vollzogen wird. Und das besser, als es die FPÖ möchte.
Strache: Sie tun ja so als ob Kärnten das Vorbild aller ist. Gerade bei der Jugendarbeitslosigkeit schaut es in Kärnten gar nicht gut aus.
In Kärnten sei ihm gesagt worden: Herr Strache Sie bekommen unsere Stimme. Denn mit den paar Prozent des BZÖ erreichen wir österreichweit gar nichts. Natürlich kommt auch der verurteilte Westenthaler zur Sprache. Als Polittheater wird das Getue um Westenthaler, Haider und Stadler bezeichnet.

Haider behauptet, dass die von Strache genannten Zahlen nicht stimmen. „Im Unterschied zu Ihnen sind wir jemand, der Verantwortung übernehmen will.“

Thema Regierung:
FPÖ – „Ja, wir wollen regieren. Aber es will ja niemand mit uns. Molterer bevorzugt also linke Partner, das ist interessant.“ Und auch Faymann will mit der FPÖ nicht. „Mir geht es nicht um Positionen, sondern um Inhalte. Und ich könnte mir vorstellen, dass ich als Innenminister für mehr Sicherheit sorgen kann.“
BZÖ – „Wer rot und schwarz nicht will, der muss Verantwortung übernehmen.“ Haiders Einschätzung: Dreierkoalition oder große Koalition (bravo Herr Landeshauptmann).

Strache wird von Haider attackiert. „Sie zeigen, dass Sie die männliche Heide Schmidt sind.“
Schlussaktion Strache: Er überreicht Jörg Haider Rückgrat.

Haider

Fairness: 3
Inhalt: 3
Schlagfertigkeit: 4
Beantwortung der Fragen: 3
Auftreten: 3
https://i0.wp.com/www.oe24.at/zeitung/multimedia/archive/00124/haider_lacht_124155d.jpgGesamt: 16

Strache

Fairness: 2
Inhalt: 2
Schlagfertigkeit: 3
Beantwortung der Fragen: 1
Auftreten: 3
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(ich habe das Thema Humor aus der Bewertung genommen und durch Beantwortung der Fragen ersetzt.)

Zusammenfassung: Haider besser. Strache ging kaum im ersten Anlauf auf die Fragen von Ingrid Thurnher ein. Für ihn stand im Mittelpunkt, Haider und die anderen Parteien schlecht zu reden.
Haider wirkte ruhiger und sehr souverän. Er konnte sich auf seine Vergangenheit verlassen. Und wenn ihm nichts mehr einfiel, dann hatte er immer die Kopie-Masche in peto.

zum Verfolgen: neuwal twittert live

auch recht amüsant: das politbüro

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