Molterer vs. Haider

Den dritten Teil der TV-Konfrontationen bestritten BZÖ-Spitzenkandidat Jörg Haider der schon gegen Strache eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er das Original ist und ÖVP-Spitzenkandidat Wilhelm Molterer.

Wie steht Haider zu Molterer? Er legt los über die soziale Kälte der ÖVP. Und schreibt das Wilhelm Molterer persönlich zu. „Er ist Finanzminister und hat keine Chance ausgelassen, von den Österreichern zu kassieren.“
Und umgekehrt? „Jetzt ist er ja wieder da.“ Und betont, dass es weder Haider noch die FPÖ noch das BZÖ bedarf um der ÖVP klar zu machen, dass soziale Politik wichtig ist.

Teuerung
ÖVP: Das 13. Mal die Familienbeihilfe wird „selbstverständlich noch heuer ausgezahlt, denn die Leute brauchen es ja.“ Die ÖVP hilft wo Hilfe nötig ist. Und zwar bei Familien mit vielen Kindern. Auch das Pflegegeld wird erhöht. In Zukunft soll der Mittelstand von Steuern entlastet werden.
BZÖ: In Kärnten würde bereits seit Beginn der Teuerung diese bekämpft. Während SPÖ und ÖVP regiert haben wäre kein Geld da gewesen und nun würden sich die beiden Parteien übertrumpfen.
Zwingend notwendig etwas zu machen. Familien und Einkommensschwächeren wird in Kärnten ein Zuschuss gegeben. Für den Finanzminister wäre das überhaupt kein Problem. Im Oktober zahlt der Steuerpflichtige 200€ weniger Lohnsteuer und für jedes Kind bekommt er weitere 50€.
Molterer kontert, dass das als Finanzminister nicht verantwortbar wäre. Er habe sich das genau durchgerechnet. Zwischenfragen von Haider übergeht er. Er ist nicht bereit Wahlzuckerl zu verteilen.
Haider erwähnt die Mehreinnahmen mit denen der Finanzminister jede Menge bezwecken könnte. Thurnher unterstützt ihn (natürlich nicht direkt) und zeigt eine Grafik mit den Mehreinnahmen, die unter Molterer als Finanzminister erwirtschaftet wurden.
„Erweichen Sie ihr hartes Herz“, fordert Haider Molterer auf nachdem er ihm vorgerechnet hat was der Pendler durch Molterers Pendlerpauschale genau 37€ im Jahr bekommt, bei Mehrausgaben die ein Vielfaches höher sind.
Molterer kritisiert Haiders Budgetpolitik in Kärnten. Haider lässt das nicht auf sich sitzen. Eine hitzige Diskussion entsteht. Molterer hält was er verspricht, er verspricht aber nichts was er nicht halten kann. „Man muss zuerst verdienen, bevor man verteilen kann.“
Sie handeln dann, wenn Sie handeln wollen, und nicht wenn gehandelt werden muss, sagt Haider, zwar nicht wortwörtlich, meint es aber. Immer wieder erwähnt Haider den Steuerbonus für die Einkommensschwachen. „Das wäre ja sehr unbürokratisch.“

Haider will Nationalrat, Landtag etc. halbieren. Den Landesschulrat abschaffen. Kanzler und Präsident sollen auch zusammengelegt werden. Molterer ist dagegen. Trotzdem meint er, dass man in der Verwaltungsreform mutiger sein soll.

Europa
Es gibt viel zu verbessern meint Molterer. Und Haider, der so ein Pro-Europäer war sei ängstlich geworden wirft Molterer Haider vor.
„Wenn wir weniger einzahlen bekommen wir weniger zurück. Aber es bleibt uns ja auch mehr. Dann könnten Sie den Bauern das Geld gleich direkt geben.“ Haider beginnt über etwas zu sprechen was Otto Normalverbraucher nicht verstehen kann. Basel 2 kommt nämlich ins Gespräch.

„Ich bin ein wenig irritiert“ meint Ingrid Thurnher als sie auf das Sicherheitsprogramm der ÖVP zu sprechen kommt. „Das kann ich mir bei Ihnen gar nicht vorstellen“ sagt Molterer darauf. Völlig unangebracht wie ich meine.
Molterer hält es unfair das manche Eigentumsdelikte härter bestraft werden als Sexualdelikte an Kindern. Bei straffällig gewordenen Asylwerbern müssten die Gesetze noch klarer werden.
Thurnher erwähnt die im profil-Interview erwähnten Fußfesseln für straffällig gewordenen Asylwerbern. Weil Thurnher Westenthaler in der Fragestellung erwähnt, spricht Haider nicht über die Fußfesseln sondern über die Leistungen Westenthalers Sexualdelikte betreffend.
Erst später meint er, dass straffällig gewordene Asylwerber eingesperrt werden. In Kärnten werden keine kriminellen Asylwerber akzeptiert, auch wenn das Verfahren noch läuft.
Molterer spricht über Rechtsstaat und Anstand in Bezug auf Haiders Asylpolitik. „Jetzt sitzen Sie da wie der Pater Willi, dabei ist das genau die Sprache ihrer Ministerin.“

Wenn die ÖVP in eine Koalition will, egal mit wem wird sich die ÖVP ändern müssen. Es ist immer nur die ÖVP der Sieger. Gusenbauer, Haider und Vranitzky wären alle von der ÖVP schlecht gemacht worden.
Molterer und die ÖVP entscheiden nach Themen.
Und dann wird was weitergehen. Rasch und konsequent.

Haider

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Fairness: 4
Inhalt: 3
Schlagfertigkeit: 4
Beantwortung der Fragen: 3
Auftreten: 2
Gesamt: 17

Molterer

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Fairness: 3
Inhalt: 3
Schlagfertigkeit: 3
Beantwortung der Fragen: 3
Auftreten: 3
Gesamt: 15

Haider war wieder souverän. Ruhig und gelassen hört er zu, unterbricht kaum und versucht mit Themen zu kontern und nicht mit Parolen gegen den Gegner oder die gegnerischen Parteien. Molterer war bei seinem TV-Konfrontations-Debut besser als erwartet. Weniger Punkte als Haider bekommt er, weil er zum einen nicht immer direkt auf die Fragen von Haider oder Thurnher eingegangen ist sondern vorher immer seine ÖVP-Parolen loslassen musste. Außerdem war er nicht so fair wie Haider.

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