Strache vs. Faymann

Bei der heutigen Konfronation saßen sich mit Strache und Faymann die beiden Mitstreiter der, von dan der Bellen so genannten, „Wachteleierkoalition“ gegenüber. Spannend, ob sich die Annäherungen in Grenzen halten, oder doch offensichtlich geflirtet wird.

Pensionen
Es sei die Verantwortung des Staates und der Regierung dafür zu sorgen, dass die Pensionisten nicht Bittsteller sind, meint Strache und fügt gleich einen Seitenhieb in Richtung Faymann hinzu. Man habe in den letzten Jahren nicht auf die Pensionisten geschaut.
Gemeinsam sind SPÖ und FPÖ für den Pensionistenpreisindex, den Warenkorb für Pensionisten. Faymann kritisiert die Pensionsreform von FPÖVP. Strache: „Ich war da nicht dabei.“

Faymann lobt den Beschäftigungsstand, den es in den 18 Monaten der großen Koalition gegeben hat. „Ganz anders als in den Jahren zuvor“, kann er sich den Seitenhieb in Richtung Strache nicht verkneifen. Von Streicheleinheiten ist zu Beginn also keine Spur.

„Ich werfe der SPÖ vor, sich von der ÖVP am Nasenriemen nehmen zu lassen. Und der Herr Faymann fällt ja jetzt schon wieder um.“

Ingrid Thurnher spricht die persönliche Gesprächsbasis zwischen Faymann und Strache an. „Mögen Sie einander?“ Faymann betont, dass sich die beiden Herren persönlich erst zwei-, dreimal getroffen haben. Im Parlament sei die Arbeit aber sehr gut.
Strache betont die sachlich korrekte Art und Weise, wie Gespräche zwischen Faymann und ihm statt finden. Die Glaubwürdigkeit sei aber nicht so das Steckenpferd der SPÖ – sagt er zwar nicht, meint er aber. Kritisch steht Strache auch der von Vranitzky kopierten „Ausgrenzungspolitik“ gegenüber.
Faymann betont, dass er durchaus das haltet, was er verspricht.

Thurnher: „Was finden Sie denn so grauslich an der FPÖ? Ist es Strache oder die FPÖ?“ Faymann beginnt von Susanne Winter zu erzählen. Und wird richtig laut. Auch das „Willst du eine Wohnung haben, musst du ein Kopftuch tragen“, das Verallgemeinern der Asylanten, wo gleich jeder zum Drogendealer gemacht wird, sind Punkte, die Faymann an Strache und der FPÖ stören.
Die Aussagen Susanne Winters seien unglückliche Aussagen gewesen. Strache kommt vor, dass Faymann die Marionette von Häupl sei. Österreicher hätten manchmal den Eindruck, Staatsbürger zweiter Klasse zu sein. Oft bekämen nicht die Österreicher Wohnungen, sondern die „Anderen“.
Strache beginnt mit Aufzählungen. „Können wir ein Thema nach dem anderen abhandeln.“

Faymann sieht es positiv, dass keine Ghettos errichtet wurden, sondern „gemischt“ wird. 9300 Staatsbürger und 700 Ausländer bekommen eine Wohnung in Wien. Faymann ist für Aufnahmepolitik, so wie sie jetzt ist. Kriminalität gehört vehement bearbeitet, egal ob bei Inländern oder Ausländern. Und Faymann ist sehr für Integration.

„Die Sorgen der Menschen sind berechtigt. Aber so wie Sie damit Politik machen, damit möchte ich nichts zu tun haben. Ich mache uns größte Vorwürfe, dass wir nicht gleich daneben stehen und den Leuten erklären, was Sie Ihnen an die Nase binden“, wirft Faymann Strache an den Kopf.

Studiengebühren

„Wir haben sicher gestellt, dass Österreicher und EU-Bürger freien Zugang zu den österreichischen Universitäten haben“, erklärt Strache. Die Frage, die Thurnher gestellt hat, betraf die „Numerus-Clausus-Studenten“ aus Deutschland, die vor allem die Medizinuniversität fluteten.
Faymann: „Für Bildung und auch für andere Dinge muss der Staat zeigen, dass sich der Bürger verlassen kann.“

Die fünf Punkte der SPÖ haben Strache und die FPÖ sieben Mal vorgeschlagen. „Herr Faymann, was Sie machen, das ist ja gar nicht glaubwürdig.“
„Herr Strache, die Spielregeln hier funktionieren so, dass ich die Themen vorgebe“, weist Ingrid Thurnher Strache und später auch Faymann hin.

Den Abschluss der Konfrontation bildet ein wildes Durcheinandersprechen.

Koalition?

Faymann ist schon lange klar: Nicht mit dieser FPÖ
Strache: Er habe sich nie gedacht, es könne zwischen SPÖ und FPÖ funktionieren. „Die SPÖ kann sich nicht aus der Umklammerung der ÖVP lösen.“

Strache

Fairness: 1
Inhalt: 2
Schlagfertigkeit: 3
Beantwortung der Fragen: 3
Auftreten: 2
Gesamt: 11

Faymann

Fairness: 3
Inhalt: 4
Schlagfertigkeit: 3
Beantwortung der Fragen: 3
Auftreten: 4
Gesamt: 17

Ein wirklich guter Faymann hatte Spaß mit einem wirklich schlechten Strache. Sowohl der Inhalt als auch das Auftreten Straches, es scheint ihm gesundheitlich noch nicht gut gehen, war Strache bei allen Punkten unterlegen. Durch unterbrechen, was auch Faymann tat, versuchte er seine Schwäche zu kaschieren.

Neuwal hat Interviews und Analysen

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3 Antworten to “Strache vs. Faymann”

  1. Gute Analyse. Strache war sehr zurückhaltend und brachte kaum mal seine populistischen Sprüche an. Irgendwie wirkte es als ob er sich der SPÖ anbiedern möchte. Starker Auftritt hingegen von Faymann, klare Aus- und Absagen von ihm in Richtung FPÖ.

  2. clemensticar Says:

    Kaum populistische Sprüche und Phasen, ja. Aber sonst auch nichts.

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