Ist die ÖVP der heimliche Wahlsieger?

Laut Kleiner Zeitung kam es beim heutigen Gespräch zwischen Strache und Haider zu Annäherungen zwischen den beiden Parteien. Strache würde eine Koalitionsvariante ÖVP-FPÖ-BZÖ nicht mehr ausschließen. Es liege einzig und alleine an der ÖVP diese in die Wege zu leiten. Großartig denke ich, und beginne meine Auswanderungsgelüste zu konkretisieren (das sollte allerdings vor einer solchen Regierungsbildung perfekt sein – wer weiß ob ich danach noch rauskomme).

Allerdings riecht natürlich auch Werner Faymann den Braten. Und möchte, zumindest schätze ich die Situation so ein und denke nicht ganz so falsch zu liegen, jede andere Koalitionsform lieber als die Rechts der Mitte. Und da wird sich der Herr Faymann jetzt denken: Wie bekomme ich die ÖVP ins Boot. Das kann (und wird?) natürlich heißen, dass es wieder Studiengebühren gibt – gut soll mir recht sein, wenn dadurch ÖVP-FPÖ-BZÖ verhindert wird. Das kann aber noch viel mehr Zugeständnisse bedeuten deren Erwähnung den Rahmen eines Blogeintrages sprengen würde.

Aber angenommen Faymann bleibt bei seinen Standpunkten: Die ÖVP wird sich wohl kaum annähern, wenn zeitgleich Strache und Haider für Pröll bereits den Kanzlersessel vorwärmen. Immerhin will Pröll die nächste Wahl gewinnen. Ob das als Juniorpartner der SPÖ möglich ist wage ich zu bezweifeln – Annäherung der SPÖ an die ÖVP hin und her. Und das weiß er ja auch, der Pröll.

Bleibt also die Minderheitsregierung der SPÖ. Das widerum müssten die Grünen dulden. Allerdings sind die Sitze dann unter 50%, was es so schwer wie möglich macht – und Neuwahlen nach sich zieht. Und ich wage zu behaupten, dass das einen weiteren Ruck nach rechts nach sich ziehen würde.

Für mich hat es momentan den Anschein, dass die ÖVP trotz 15 verlorener Mandate der heimliche Wahlsieger ist. Und das nur, weil sich Strache und Haider einbilden plötzlich wieder Freunde sein zu müssen.

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3 Antworten to “Ist die ÖVP der heimliche Wahlsieger?”

  1. […] …denn die Welt ist nicht genug Clemens Ticars Blog « Ist die ÖVP der heimliche Wahlsieger? […]

  2. um bei der kleinen zeitung zu bleiben…
    hubert patterer: „wer will, dass die rechen ihren appeal verlieren, muss ihnen die chance geben, ihr unvermögen im politischen alltag unter beweis zu stellen, so weh es tut.“

    ich befürchte fast, er hat recht. und obwohl ich mir alles andere als eine regierung (mitte-)rechts wünsche, könnte eine regierungsbeteilung von strache und co wirklich als einziges dazu führen, dass die „protestwähler“ ihren, äh, fehler einsehen und die „linke“ in österreich wieder etwas aktiver wird.

    ich an deiner stelle würde übrigens die schweiz wählen. tibet is schon sehr weit weg.

    liebe grüße,
    sabrina

  3. clemensticar Says:

    Bin ich irgendwie deiner Meinung. Aber auch wieder absolut nicht. Mein Verständnis von Politik ist nämlich das immer, heute, morgen, übermorgen (…) das möglichst beste getan werden muss für Österreich, für Europa, für die Umwelt, für alle Themen.
    Daher halt ich es für einen der schlimmsten Gedanken überhaupt zu sagen, he, lassen wir die Rechten machen, sie kriegen’s eh nicht auf die Reihe. Vielleicht hat Patterer (und du) ja Recht, vielleicht erfüllt’s auch den Zweck, nämlich das die rechten Parteien bei der nächsten Wahl (wann auch immer die sein mag) weniger Stimmen haben. Bis zu diesem Zeitpunkt, nämlich dem Zeitpunkt der nächsten Wahl ist der Österreicher, unsere Umwelt, blablabla, der Leidtragende. Und das kann ich nicht akzeptieren.

    Und trotzdem versteh ich was ihr meint…

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