Barack – Back To Black?

Barack Hussein Obama wurde zum nächsten Präsidenten der USA gewählt. Eine durchgemachte Nacht, die kaum Überraschungen gebracht hat.

Was mir in der ORF-Berichterstattung zur Wahl aufgefallen ist war der übertriebene Fokus auf Obamas Hautfarbe. Natürlich ist es ein Meilenstein der amerikanischen Geschichte, wenn ein Kandidat mit afrikanischer Herkunft zum Präsidenten gewählt wird. Allerdings sollte der Demokrat nicht darauf reduziert werden.

Obama stand für Wandel und positionierte sich als Antipode zum unbeliebten Präsidenten Bush. Sein republikanischer Gegner beging mit der Wahl von Sarah Palin als „running mate“ einen taktischen Fehler, der ihm letztendlich jegliche Chancen auf einen Sieg genommen hat. Obama kam die Finanzkrise zu Gute, ein Thema, das traditionellerweise den Demokraten nützt. Der Senator von Illinois ist ein brillanter Redner und hat mehr als einen Wahlkampf betrieben. Er hat eine Bewegung ausgelöst.

All das sind Dinge, die keineswegs mit Obamas Hautfarbe zusammenhängen. Die Medien scheinen hierbei hinter der Bevölkerung her zu hinken. Für den amerikanischen Wähler hat Obamas Ethnie eine erheblich geringer Rolle gespielt als zum Beispiel sein elitärer Status. Die Klasse war von wesentlich höherer Bedeutung als das gesellschaftliche Konstrukt der „Rasse“.

Es bleibt zu hoffen, dass Obama an seinen Taten beurteilt wird und nicht als „der Schwarze, der es geschafft hat“ abgetan wird. Sehen wir den klaren Sieg des gebürtigen Hawaiianers doch lieber als Schritt zur lange notwendigen Selbstverständlichkeit, die das junge Amerika ja schon längst beherzigt. Endlich wurde dieser wichtige Schritt zur Normalisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse getan.

Übrigens ging der Zitrusfrucht-Apendix an Obama!

Imre Withalm

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7 Antworten to “Barack – Back To Black?”

  1. „Die Medien scheinen hierbei hinter der Bevölkerung her zu hinken. Für den amerikanischen Wähler hat Obamas Ethnie eine erheblich geringer Rolle gespielt als zum Beispiel sein elitärer Status.“

    sehe das recht ähnlich. insgesamt war das thema „schwarzer“ (für mich) schon seit wochen wenn nicht monaten „abgehakt“. selbst wenn Obama nicht gewonnen hätte, die kandidatur eines schwarzen war und ist damit „selbstverständlich“. eine tolle entwicklung. und jetzt freut es mich gerade, dass Barak Obama gewonnen hat. (und nicht einmal die diskussion auf Zurpolitik kann mir diese freude verderben 😉

    cu christian

    ps. was zum himmel soll der diktatoren-link zur wikipedia? kann mir zum einen kaum vorstellen, dass einer deiner leser nicht den vollständigen namen Barak Obamas kennt (dann aber übrigens gleich ganz auf wikipedia „Barack Hussein Obama, Jr.“) und sehe zum anderen auch für den vornamen „Hussein“ keine eigene „erklärungsnotwendigkeit“ (die dann aber nur auf „wiki/Hussein“ verweisen müsste). ch.

  2. […] …denn die Welt ist nicht genug Clemens Ticars Blog « Barack – Back To Black? […]

  3. sebastianbauer Says:

    für mich hat die hautfarbe in diesem wahlkampf auch keine rolle gespielt. überraschender als das letztendliche wahlergebnis hab ich es gefunden, dass die demokraten im vorwahlkampf mit clinton und obama eine frau und einen afroamerikaner aufgestellt haben. und damit, dass sich obama gegen clinton durchsetzt, hab ich eigentlich auch nicht gerechnet… umso schöner! gestern/heute hat mich eigentlich nichts wirklich überrascht…

  4. Imre Withalm Says:

    @ ch.

    danke für den link-hinweis. da hat mich wohl die spätnächtliche/frühmorgendliche spontaneität übermannt!

  5. clemensticar Says:

    Basti, dich muss ich bis zu einem gewissen Grad korrigieren: Die Hautfarbe Obamas war der Ausschschlag gebende Punkt im US-Wahlkampf. Die Medien thematisierten von Anfang an Obamas Hautfarbe. Er war oft, ohne auf seine Themen eingehend, der schwarze Kandidat – und das macht ihn anders und deswegen spannend.

  6. luftschlosserei Says:

    Christian hat mir das zwar irgendwie schon abgenommen, wollte aber nur auch noch mal sagen, dass die Hussain’sche Verlinkung etwas merkwürdig erscheint. Verwandt ist hier ja niemand, und die Namensgleichheit war auch schon von Hillary Clinton benutzt eher unglücklich.

    Der Fokus auf die Hautfarbe Obamas ist meiner Meinung nach völlig logisch. Schließlich liegt ja genau darin der revolutionäre Faktor seines Sieges, und sie ist bezeichnend für einen Schritt, den den Amis wenige zugetraut hätten, sie aber gegangen sind.

    Natürlich hast du Recht, und man sollte sich lieber auf seine Taten konzentrieren als auf sein Aussehen – dafür werden sich allerdings in den kommenden Jahren noch viele Gelegenheiten auftun! (:

    Grüße, H.

  7. clemensticar Says:

    Ich wünsche es ihm, dass er lange die Gelegenheit hat zu beweisen, dass er nicht nur der erste schwarze amerikanische Präsident ist, sondern auch ein guter.

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