Keine Überraschungen?!

Auch wenn Imre hier schreibt, es hätte keine Überraschungen gegeben – mich persönlich hätte ein Sieg McCains auch nicht wirklich überrascht. Von einer Bekannten, die in Amerika arbeitet meinte nämlich folgendes:

Die überzeugten Demokraten stehen zu 100% hinter Obama, hinter seiner Politik, hinter seinem Auftreten. Allerdings sehr viele nicht hinter seiner Hautfarbe. Sie meinte, die Rassendiskriminierung wäre in Amerika noch viel größer als sie nach außen scheint.
Entweder sie hat sich getäuscht, oder Obama war in der Lage extrem viele Wähler zu mobilisieren, die zuletzt nicht gewählt hatten.

Ich freue mich, dass Obama Präsident geworden ist. Ich freu mich für Amerika, ich freu mich für die Welt – immerhin war es bislang nicht möglich, dass ein Schwarzer das mächtigste Land der Erde regiert. Ein großartiger Schritt in die richtigste Richtung.

Einen Gedanken möchte ich trotzdem noch aufwerfen:
Österreich ist, so war zumindest die Stimmung wie ich sie mitbekommen habe, hinter Barack Obama gestanden. Angenommen wir Österreicher müssten uns zwischen einem Präsidenten Obama und einem Präsidenten McCain entscheiden. Ich bin mir irgendwie ziemlich sicher, dass, wenn es um Österreich ginge, McCain das Rennen machen würde. Ginge es allerdings um andere Staaten, dann wäre wohl Obama der Sieger.

Clemens Ticar

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6 Antworten to “Keine Überraschungen?!”

  1. Hm, der Vergleich mit Österreich ist interessant, über die Aussage, dass bei uns McCain gewählt würde, lässt sich diskutieren. Die politische und gesellschaftliche Situation der beiden Länder ist eigentlich zu unterschiedlich um so eine Aussage treffen zu können.
    Aber um dem was entgegen zu halten: Bruno Kreisky wurde bereits in den 70er zum Kanzler gewählt, trotz jüdischer Abstammung. Das werf ich jetzt mal so hin, vielleicht diskutieren wir hier ein bisserl darüber

    Mfg Chris

  2. clemensticar Says:

    Klar lassen sich die gesellschaftlichen Situationen in Amerika und Österreich nicht vergleichen. Das war mir auch bewusst – ich hab die Theorie ja auch bewusst provokant aufgestellt. Im Endeffekt ist es so, dass in Österreich die innere Sicherheit an oberster Stelle ist – und dieses Thema betreffend hat McCain viel mehr im Programm.
    Außerdem bin ich der Meinung, dass ein schwarzer Kandidat in Österreich keine Chance hätte eine höhere politische Funktion zu erlangen. Da ist uns Amerika offensichtlich demokratisch voraus – und nicht nur da, wie Mike geschrieben hat…
    http://www.nachrichtenfluss.net/2008/11/usa-ist-uns-demokratisch-gesehen-weit-voraus/

  3. Mir gefällt der Vergleich, der eigentlich nicht verglichen werden kann.
    Ich kann die Theorie durchaus verstehen….Ich kann mir keinen andersfarbigen Mitbürger auf der Regierungsbank vorstellen… nicht einmal im Nationalrat….das ist eigentlich schon traurig.
    Österreich traut sich über Amerikaner zu urteilen und ist selbst keine Spur fortschrittlicher…

  4. clemensticar Says:

    Geb ich dir Recht. Und so lange Leute wie Susanne Winter im Nationalrat sitzen, die Siegfried Nagl vorgeworfen hat, dass er „sogar eine Negerin in seinem Gemeinderat sitzen hat“ (das Zitat ist http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=595 hier nachzulesen) wird sich das auch nicht ändern.
    So schade es ist.

  5. Ich schließe mich Christian an, der etwas Wichtiges angesprochen hat: es geht sehr wohl.

    Die letzte Wahl sehen viele jetzt als respräsentativ für das „österreichische Denken“ (auch ihr beide, Clemens und Dani, offensichtlich). Ich kann dem aber nicht ganz zustimmen.
    Aufgrund einiger, auch medial gepushter Ereignisse (Arigona-Affäre, „Asylantenkriminalität“, Reinfall Große Koalition, nicht zuletzt die Inflation,…) war die Grundstimmung in der Bevölkerung negativ und ängstlich. Genau das haben sich die Rechtsparteien zunutze gemacht, und waren erfolgreich. Ich finde es allerdings nicht gerecht, die österreichische Mentalität in diesen, möglicherweise sehr affektiv entstandenen Zahlen festzumachen.

    Beim Wort „affektiv“ will ich auch anknüpfen: politisches Charisma ist einfach entscheidend. Haider hatte es offensichtlich, Molterer hatte es nicht. Ich glaube, wir sind uns einig, dass Obama über genug davon verfügt, um auch österreichische Wähler zu mobilisieren. Nicht immer sind Inhalte entscheidender als Gesichter.

    „Normal“ ist sein Sieg auch in den USA nicht, sonst wäre es wohl kaum ein derart historisches Ereignis. Und ich glaube, zu einem Batzen Außergewöhnliches haben wir auch das Potenzial.

  6. clemensticar Says:

    Wie bereits geschrieben: Ich habe die Behauptung bewusst provokant formuliert um eine Diskussion anzustacheln.
    Natürlich hast du Recht. Österreich hat sich nicht für FPÖ und BZÖ (zumindest nicht in diesem Ausmaß) entschieden, sondern gegen die vergangenen Aktionen (die du aufgezählt hast uA).
    Ich glaube trotzdem, dass ein eventueller dunkelhäutiger Kandidat in Österreich keine Chance hat. Aus Gründen die ich nicht verstehen kann.

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