Archive for the Geschichte Category

In memoriam Richard Wright

Posted in Geschichte, Kultur, Musik with tags , , , on September 16, 2008 by clemensticar

Gestern ist das Gründungsmitglied der britischen Band Pink Floyd nach langer Krankheit gestorben.

Richard Wright war Songwriter, Keyboarder und, nach dem Austritt von Syd Barrett auch Sänger. Während dem Album „The Wall“ (1979) wurde Wright aufgrund von mangelnden eigenen Beiträgen aus der Band gedrängt. Erst 1987, zur Aufnahem des Albums „A momantary Lapse of Reason“ war Wright wieder mit von der Partie. 1994 auf dem letzten Pink Floyd Album „The Division Bell“ war der Einfluss Wrights wieder so zu hören, wie man es von den großen Alben wie „Wish you were here“ oder „Dark Side of the Moon“.

Der Stil Wrights, der sich das Klavier spielen selbst beibrachte, war sehr vom Jazz beeinflusst. Klassische Werke von Bach oder Beethoven beeindruckten den Musiker aber auch sehr.

Richard Wright ist nach Syd Barrett erst der zweite Bestandteil dieser großartigen Band der verstorben ist. Mögen die anderen in Gedenken an Barrett und Wright wieder aktiv werden.

Der Mann der heuer 80 wäre. Oder ein bisschen Geschichte.

Posted in Geschichte with tags , , , on September 14, 2008 by clemensticar

Ernesto „CHE“ Guevara wäre am 14. Juni dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Anlass genug, den Mann dessen Gesicht Hunderttausende T-Shirts ziert vorzustellen.

Che Guevara ist am 14. Juni 1928 in Rosario (Argentinien) als eines von fünf Kindern auf die Welt gekommen. Ab dem zweiten Lebensjahr leidete er an schweren Asthmaanfällen. Che Guevara wurde hauptsächlich von seiner Mutter (Celia de la Serna) erzogen und entdeckte bald seine Liebe zu den Werken von Marx und Freud.
1948 begann er ein Medizinstudium in Buenos Aires.
1951 durchreiste er gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granado Lateinamerika. Auf diese Reise lernte Ernesto Guevara das Leid kennen, das in Lateinamerika herrschte. Er sah ein, dass er als Arzt wenig verändern konnte und beendete daher sein Studium. 1955 lernte Che Guevara Fidel Castro, den Anführer der Exilkubaner kennen. Er schloss sich seiner Gruppe an und trainierte für die Invasion der Insel Kuba.

1956 schifften sich 82 Revolutionäre auf der Jacht Granma (das ist der Name der einzigen politischen Zeitung Kubas) nach Kuba ein. Guevara war als Arzt mit dabei. Weil die Revolutionäre beim an Land gehen von Fischern beobachtet wurden, ließ Batista die Aufständischen mit der Luftwaffe angreifen. Zwölf Rebellen überlebten, unter anderem Castro und Guevara, und nahmen den Guerillakrieg auf.
Die Rebellen kamen direkt mit Armut und Leid in Kuba in Kontakt. Ihre Zahl wurde immer größer. Die gewonnenen Schlachten gegen Batistas Truppen untergruben die Macht des Diktators, die kubanische Bevölkerung wurden auf die Missstände aufmerksam und schlossen sich den Truppen an. Die brutalen Massnahmen Batistas (vor allem gegen Studenten und Bauern) trieb die kubanische Bevölkerung immer mehr in Castros Lager.

1958 wurde Che Guevara zum Commandante (der zweit höchste Mann) der Revolutionäre ernannt. Er gründete eine Radiostation von der aus Castro und Guevara das Volk von ihren Ideen überzeugten. Castros und Guevaras Truppen verbuchten beinahe ausschließlich Erfolge.
Die Entscheidung im Krieg fiel durch einen Angriff auf einen Zug voll mit Munition und Rüstungsexperten. Die Versorgung der Regierungstruppen im Westen war somit unterbrochen.
Ende 1958 – nach der Schlacht von Santa Clara – kapitulierte Batista und floh nach Florida. 1.1. 1959 zogen die Aufständischen in Havanna ein und wurden von der Bevölkerung gefeiert.

Nun begann aber das Problem: Unter den Aufständischen befanden sich keine Personen die in irgendeiner Weise Ahnung von Regierungsgeschäften hatten. Schlüsselpositionen in der Regierung wurden mit unerfahrenen Vertrauensleuten besetzt. Außerdem gab es in der Regierung rund um Castro keine ideologisch einheitliche Linie. Die Leute rund um Castro wurden bislang nur durch ihren Kampfgeist und ihre Selbstlosigkeit zusammengehalten. Nun galt es aber zu regieren und dazu waren sie nicht in der Lage. Die Kontakte zwischen Kuba und den USA wurden immer schlechter weil Castro Rassismus und den amerikanischen Imperialismus ganz klar als Ursache für die lateinamerikanischen Rückstände deklarierte.

Vom humanitären Sozialismus gingen die Führer Kubas zum Marxismus über. Die Annäherung an den Kommunismus folgte vermutlich nur um Hilfe von der Sowjetunion zu bekommen. Kuba nahm auch mit der UdSSR diplomatische Beziehungen auf. Cruschtschow drohte den USA mit Einsatz von Raketen sollten die USA gegen Kuba militärisch vorgehen. Die Verbindungen zwischen Kuba und der UdSSR wurden immer stärker. Die UdSSR konnte den anderen lateinamerikanischen Staaten beweisen, dass ihre Hilfe durchaus Wirkung zeigt.

Che Guevara wurde die Leitung der Nationalbank übertragen. Angeblich zufällig. Che Guevara soll bei einer Versammlung eingeschlafen sein. Castro fragte: Gibt es hier einen Ökonomen (economista)? Che verstand communista und meldete sich.

Am 5. März 1960 wurde von Chr Guevara das berühmte Foto geschossen. Fotograf war Alberto Diaz, Fotograf für die Zeitung „Revolucion“. Es ist das meistvervielfältigte Foto der Welt.

1961 wurde Che Guevara Industrieminister. Er verzichtete darauf mehr zu verdienen als die anderen Kommandanten, verbot Vergünstigungen für sich und seine Familie und wenn er mit dem Dienstwagen fuhr bezahlte er das Benzin selbst. Er lebte den Menschen vor wie er sich den neuen Menschen vorstellte.
Auf der anderen Seite ließ er zahlreiche Menschen hinrichten, die sich gegen die Revolution äußerten.

1966 sah Che Guevara ein, dass er zum Kämpfen, nicht aber zum Regieren geschaffen wurde. Er reiste schwer bewaffnet mit 49 Männern nach Bolivien um auch dieses Land einzunehmen.
Am 9. Oktober 1967 wurde Che Guevara von einem betrunkenen Unteroffizier erschossen. Seine Leiche tauchte erst drei Jahrzehnte später auf.